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Finanzkrise oder Finanzchance?

Gastbeitrag von Michael Gienger

Finanzkrisen scheinen das Thema des Jahres zu sein. Schon in meinem Januar-Newsletter konnte ich mich nicht bremsen, einen kleinen Kommentar dazu zu geben und angesichts der allgegenwärtigen Nachrichten in dieser Zeit, möchte ich gerne noch etwas nachtragen:

In der ganzheitlichen Heilkunde sind wir damit vertraut, Krisen auch immer als Chancen zu betrachten. Keine Krise entsteht ohne vorangegangenes Fehlverhalten oder zumindest vorangegangene Versäumnisse und daher ist der Eintritt der Krise immer die Chance, auf diese „Fehler“ und Versäumnisse aufmerksam zu werden und sie zu korrigieren – was für die Zukunft eine Verbesserung bedeutet.

Doch was könnte die Chance in dieser Finanzkrise sein? Was ist der zugrunde liegende „Fehler“ oder das vorangegangene Versäumnis? Ich möchte hier nicht analysieren, was die Banken falsch gemacht haben, denn das Bankensystem macht keine Fehler, es ist der „Fehler“! Es ist so beschaffen, dass die Reichen reicher und die Armen ärmer werden. Das ist sein Zweck und daran wird auch diese Krise nichts ändern. Es sei denn…

Es sei denn, dass wir erkennen, was unser eigener „Fehler“ und unser eigenes Versäumnis war! Denn auch wir haben einen ganz persönlichen Anteil an dieser Krise: Wir haben es über Jahre und Jahrzehnte versäumt, uns genau zu überlegen, was eigentlich mit dem Geld geschieht, das wir zur Bank bringen. Was passiert mit dem Geld, das wir mit unserer Lebensenergie verdienen und das wir als Sparguthaben, Versicherungsprämien, Anlagevermögen oder Kreditzinsen dem Bankensystem überlassen? Wen und was unterstützen wir damit?

Wenn man/frau schaut, wo das Geld vieler Banken und Investmentfonds (an denen wir z.B. über „Lebensversicherungen“ beteiligt sind) häufig investiert wird, dann kann einem schlecht werden: Atomkraft, Gentechnik, Chemie, Pestizide und andere Gifte, Erdöl, Dritte-Welt-Projekte mit ökologischem und sozialem Schaden – und immer wieder Rüstung, Rüstung, Rüstung. Nicht vergessen: Deutschland ist Europameister im Waffenexport (siehe: http://www.greenpeace-magazin.de)!

Das ist unser Fehler: Wir legen unser selbstverdientes Geld in Hände, die damit lebensfeindliche Investitionen tätigen. Damit wird unsere Lebensenergie benutzt, um dem Leben zu schaden! Denn solche Investitionen können auf lange Sicht niemals zu etwas produktivem und nützlichem führen. Sie schaden der Erde und uns selbst und werden zu einer immer größeren Hypothek für die Zukunft. Und die müssen wir irgendwann zurückzahlen, da kommen wir mit keinem „Konkurs“ davon. Es ist unser Versäumnis, dass wir uns nicht überlegt haben, was wir mit unserem Geld anfangen, wem wir es geben und was wir dadurch indirekt mit unserer Lebensenergie unterstützen.

Zeit, das zu ändern! Denn darin liegt die Chance dieser Krise: Obwohl alles, was ich oben geschrieben habe, eigentlich schon seit langer, langer Zeit bekannt und tausendfach publiziert wurde, war offenbar diese Krise notwendig, um uns aufzurütteln. Viele Menschen denken jetzt darüber nach, was sie am besten mit ihrem Geld anfangen sollen. Und bevor wir alle wieder einschlafen, ein Appell: Investieren wir es sinnvoll und nützlich für die Welt und das Leben! Investieren wir es in Umweltprojekte, biologischen Landbau, regenerative Energien, friedens- und kulturfördernde Projekte, alternative Bildung, Fair Trade etc. etc. Es gibt genügend Initiativen, die es wert sind, unterstützt zu werden, und das wissen wir.

Natürlich ist die direkte Investition als Investor oder Teilhaber an solchen Projekten immer das beste – doch nicht unbedingt ideal, wenn wir einfach ein kleines Sparguthaben oder ein paar Wertpapiere haben. Diese unbesehen auf irgendwelche „Umweltfonds“ umzuschichten, kann leider auch daneben gehen, denn oft sind diese nur auf dem Papier „grün“.

Doch es gibt auch Banken, die durch und durch ethisch und sozial arbeiten. Eine solche ist die anthroposophische GLS-Bank (GLS = Gesellschaft für Leihen und Schenken), die bewußt nur Projekte unterstützt, die einen positiven Beitrag zur Menschheit und zur Welt leisten. Auch die Kreditvergabe funktioniert dabei ganz anders als bei herkömmlichen Banken: Statt Sicherheiten über Grund, Haus und Einkommen zu verlangen (was im schlimmsten Fall zur völligen Pleite des Darlehensnehmers führt), setzt die GLS-Bank auf viele kleine Bürgschaften aus dem sozialen Umfeld, die im „worst case“ niemandem wehtun und noch dazu eine positive soziale Vernetzung schaffen. Und bei allem der Bank überlassenen Geld vom Girokonto über das Sparbuch bis zu Investmentfonds weist die Bank nach, dass nur in gesellschaftlich und ökologisch verantwortungsvoll handelnde Unternehmen und Staaten investiert wird. Wie sie das nachweist? Durch völlige Transparenz: Alle Aktionen und Investitionen können nachvollzogen werden. Mit ein paar Euro kann man/frau der Genossenschaft beitreten und erhält Bericht über alle Kredite und Investitionen. Interesse? Mehr Infos zur GLS-Bank erhalten Sie hier: http://www.gls.de

Doch die GLS-Bank soll hier nur ein Beispiel sein. Auch die Umweltbank (http://www.umweltbank.de), die englische Co-operative Bank (http://www.co-operativebank.co.uk) sowie viele andere Institutionen und Organisationen bieten Möglichkeiten, das eigene Geld ethisch arbeiten zu lassen, seien es unsere Sparguthaben, Anlagevermögen oder eben die Kreditzinsen, die wir zahlen. Wir müssen uns nur umschauen, Wege gibt es heute viele!

Machen wir daher die Finanzkrise zur Finanzchance! Nutzen wir die Gelegenheit, unser Geld (und damit unsere Lebensenergie) dorthin zu lenken, wo es dem Leben nützt. Wo etwas sinnvolles und förderliches für Gesundheit, Umwelt, Frieden, Gerechtigkeit, Kultur, Bildung, Völkerverständigung… damit geschieht. Ich denke, dann haben wir den Sinn dieser Krise verstanden und tragen obendrein dazu bei, dass Krisen dieser Art zukünftig überflüssig werden! Und dass die Welt besser wird!

PS: Noch was zum Nachdenken bzgl. Atomkraft: 70% aller Deutschen wünschen sich einen Ausstieg aus der Atomkraft, doch weniger als 5% haben zu einem Anbieter gewechselt, der ausschließlich Strom aus regenerativen Energiequellen bietet. Na, sollen wir damit bis zur nächsten Energiekrise warten oder nicht lieber vorbeugen? Der Wechsel zu einem ökologischen Stromlieferanten wie Lichtblick oder Greenpeace ist heute mit einer einzigen Postkarte möglich! Infos siehe: http://www.lichtblick.de oder http://www.greenpeace-energy.de oder bei den lokalen Ökostrom-Anbietern Ihrer Region.

Beitrag mit freundlicher Genehmigung aus einem Newsletter von Michael Gienger, Tübingen,
news@michael-gienger.de – http://www.michael-gienger.de

Autor:

Michael Gienger arbeitet als Autor, Herausgeber, Seminarleiter, Referent und Initiator von »Fair Trade Minerals«. Zahlreiche Publikationen im Bereich der Steinheilkunde. Michael Gienger beseelt ein Wunsch: Beizutragen zu einer lebenswerten Welt voller Glück und Erfüllung sowie zum Wohle aller Wesen!

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Verantwortung und Tun - Jahren, Welt, Verantwortung, Denn, Atomkraft, Erdbeben - Netpilot24 - Das Newsportal

  2. Nicht vor dem Bösen vor Angst erstarren noch es bekämpfen, ist die Lösung für jedes Lebensproblem, sondern das Gute unterstützen! Damit erreicht man den Buddha-Weg, nämlich Gleichgewicht, also Frieden.

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